Swakopmund und Walvis Bay – zwischen Atlantik und Namib.
Nach den heißen und staubigen Tagen im Landesinneren war Swakopmund für uns eine willkommene Abwechslung. Schon bei der Ankunft im Cornerstone Guesthouse, spürten wir, dass an der namibischen Atlantikküste ein ganz anderes Klima herrscht. Die Luft war deutlich kühler und frischer, und zeitweise lag ein feiner Nebelschleier über der Stadt. Besonders überraschend war für uns der starke Temperaturwechsel: Eben noch waren wir durch die heiße Wüstenlandschaft gefahren, und plötzlich brauchten wir am Meer eine Jacke.
Swakopmund
Swakopmund liegt genau dort, wo die gewaltigen Dünen der Namib auf den Atlantischen Ozean treffen. Die Stadt wurde Ende des 19. Jahrhunderts während der deutschen Kolonialzeit gegründet. Noch heute erinnern zahlreiche historische Gebäude, deutsche Straßennamen, Cafés und Bäckereien an diese Vergangenheit. Unsere Unterkunft lag wunderbar im Zentrum von Swakopmund, so dass wir sämtliche Sehenswürdigkeiten und Restaurants zu Fuß erreichen konnten. Bei einem Spaziergang durch die Stadt entdeckten wir immer wieder vertraut wirkende Details, die inmitten der afrikanischen Landschaft beinahe ein wenig befremdlich erschienen. Heute gilt Swakopmund als beliebter Ferienort und als idealer Ausgangspunkt für zahlreiche Unternehmungen an der Küste und in der Wüste. Nicht entgehen lassen sollte man sich ein Abendessen bei Sonnenuntergang im The Tug Restaurant direkt an der Seebrücke. Die Aussicht und das Essen ist einfach großartig. Jedoch ist das Restaurant nicht ganz günstig und man muss rechtzeitig reservieren.
Ausflüge von der Walvis Bay
Während unseres Aufenthalts unternahmen wir zwei Ausflüge mit Levo Tours, die wir uneingeschränkt weiterempfehlen können. Beide Ausflüge gehören zu den besonderen Erlebnissen unserer Namibia-Reise. Beide Touren starteten im rund 30 Kilometer südlich gelegenen Walvis Bay, das auf Deutsch auch Walfischbucht genannt wird. Die Stadt liegt an einer großen natürlichen Bucht und besitzt den bedeutendsten Seehafen Namibias. Während Swakopmund eher den Charakter eines gemütlichen Ferienortes hat, wird Walvis Bay stärker durch seinen Hafen, die Lagune und die vielfältige Vogel- und Meereswelt geprägt.
Delfine und Robben in der Walfischbucht
Unser erster Ausflug führte uns mit dem Boot hinaus in die Bucht von Walvis Bay. Zuerst waren wir etwas erschrocken, da wir auf einem sehr kleinen Boot waren. Dies erwies sich sehr schnell als Vorteil, da wir damit wesentlich wendiger und schneller bei den jeweiligen Delfinen und Robben waren. Kaum hatten wir abgelegt, bekamen wir Besuch von einer Robbe. Auch die weitere Fahrt über das Wasser war ein wunderbares Erlebnis. Wir genossen die frische Meeresluft und waren gespannt, welche Tiere wir entdecken würden. Schon nach kurzer Zeit verfolgte uns ein Pelikan. Welch großartiger Segler und sein Hals ist wunderbar flauschig.
Es dauerte nicht lange, bis wir die ersten Robben sahen. Einige lagen entspannt auf Sandbänken oder schwammen neugierig neben unserem Boot her. Besonders viel Freude hatten wir an den verspielten Tieren, die sich durch nichts aus der Ruhe bringen ließen. Als schließlich auch Delfine auftauchten und eine Zeit lang unser Boot begleiteten, war die Begeisterung groß. Sie glitten elegant durch das Wasser und kamen teilweise erstaunlich nah heran.
Die Tiere in ihrer natürlichen Umgebung beobachten zu können, war für uns etwas ganz Besonderes. Die Bootstour war abwechslungsreich, hervorragend organisiert und verging viel zu schnell. Sie gehört ohne Zweifel zu den schönsten Ausflügen, die wir während unserer Reise unternommen haben.
Mit dem Geländewagen nach Sandwich Harbour
Unser zweiter Ausflug begann ebenfalls in Walvis Bay und führte uns in Richtung Sandwich Harbour. Schon unterwegs wurde deutlich, wie abwechslungsreich diese Region ist. Wir fuhren an der Lagune und der Salzfabrik vorbei, sahen zahlreiche Flamingos und ließen die letzten Häuser der Stadt hinter uns. Nach und nach bestimmten nur noch Sand, Himmel und Meer die Landschaft. Zuerst machte sich unser Fahrer auf die Suche nach einem Namibgecko. Dieser Gecko verbuddelt sich in dem Sand, um dem Austrocknen zu entkommen. Erst am Abend und in der Nacht verlässt er sein Versteck.
Sandwich Harbour liegt südlich von Walvis Bay im Namib-Naukluft-Nationalpark. Die Region ist vor allem dafür bekannt, dass die hohen Dünen der Namib unmittelbar auf den Atlantik treffen. Die Fahrt entlang des schmalen Strandes und die hohen Dünen ist nur mit erfahrenen, lizensierten Fahrern und geländegängigen Fahrzeugen möglich.
Mit unserem Geländewagen ging es über den Sand und teilweise steile Dünen hinauf. Die Fahrt war aufregend und an manchen Stellen durchaus abenteuerlich. Unser Fahrer beherrschte sein Fahrzeug jedoch souverän, sodass wir die Tour trotz einiger rasanter Passagen genießen konnten.
Von den Dünenkämmen bot sich uns ein überwältigender Ausblick. Auf der einen Seite erstreckte sich die scheinbar endlose Wüste, auf der anderen Seite lag der tiefblaue Atlantik. Dazwischen fielen die mächtigen Sanddünen beinahe senkrecht bis an das Meer hinab. Dieser Gegensatz aus trockener Wüste und gewaltigem Ozean war einzigartig und ließ uns immer wieder staunend innehalten.
Swakopmund und Walvis Bay zeigten uns noch einmal eine ganz andere Seite Namibias. Das kühlere Küstenklima, die kolonial geprägte Architektur, die faszinierende Tierwelt und die gewaltigen Dünen am Atlantik machten unseren Aufenthalt zu einem unvergesslichen Abschnitt unserer Reise. Besonders die Delfin- und Robbentour sowie das Abenteuer am Sandwich Harbour werden uns noch lange in Erinnerung bleiben.
Weiter ging es von Swakopmund in das Damaraland, dort zur Oase Palmwag mit dem die Oase umgebenden Konzessionsgebiet für den Naturschutz.



































