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Über Twyfelfontain nach Palmwag – einer grüne Oase im wilden Damaraland.

Von Swakopmund aus führte uns unsere Reise weiter in den Nordwesten Namibias zur Palmwag Lodge & Camp. Mit jedem Kilometer wurde die Landschaft einsamer, ursprünglicher und rauer. Die Weite des Damaralandes mit seinen schroffen Bergen, trockenen Flussläufen und rötlich-braunen Ebenen übte auf uns eine ganz besondere Faszination aus.

Die Felsgravuren von Twyfelfontain
Auf dem Weg nach Palmwag legten wir einen Zwischenstopp in Twyfelfontein ein, um uns die berühmten Felsgravuren anzusehen. Der Name bedeutet übersetzt so viel wie „zweifelhafte Quelle“ und geht auf eine Wasserstelle zurück, die offenbar nicht immer zuverlässig Wasser führte.
Twyfelfontein gehört seit 2007 zum UNESCO-Weltkulturerbe und war damit die erste Welterbestätte Namibias. Zwischen den rötlichen Sandsteinfelsen befinden sich mehr als 2.000 Felsgravuren und einige Felsmalereien. Damit zählt Twyfelfontein zu den größten und bedeutendsten Fundstätten prähistorischer Felskunst in Afrika.
Auf den Steinen sind vor allem Tiere wie Giraffen, Nashörner, Elefanten, Strauße und Antilopen zu erkennen. Daneben finden sich Tier- und Menschenspuren sowie einige ungewöhnliche Darstellungen, deren genaue Bedeutung bis heute nicht abschließend geklärt ist. Die Gravuren zeugen vom Leben und von den rituellen Vorstellungen der Jäger- und Sammlergemeinschaften, die diese Landschaft über viele Jahrhunderte nutzten.
Es war beeindruckend, die in den Stein geritzten Tiere aus nächster Nähe zu betrachten und sich vorzustellen, wie lange diese Bilder bereits Wind, Sonne und Hitze trotzen. Gleichzeitig erforderte der Rundgang über die felsigen und teilweise unebenen Wege etwas Trittsicherheit. Festes Schuhwerk ist hier auf jeden Fall empfehlenswert. Die Gravuren und die sie umgebende Landschaft machten Twyfelfontein für uns zu einem ausgesprochen sehenswerten Zwischenstopp.

Das Damaraland
Der Name Damaraland bezeichnet eine weitläufige Region im Nordwesten Namibias, die für ihre eindrucksvollen Gebirgslandschaften und ihre außergewöhnlich gut an die Trockenheit angepasste Tierwelt bekannt ist. Neben Oryxantilopen, Kudus und Bergzebras leben hier auch Wüstenelefanten, Spitzmaulnashörner und sogar Wüstenlöwen. Dabei handelt es sich nicht um eigene Arten, sondern um Tiere, die gelernt haben, unter den extrem trockenen Bedingungen dieser Region zu überleben und auf der Suche nach Wasser und Nahrung große Entfernungen zurückzulegen.
Die Palmwag Lodge liegt am zeitweisen trocknen Uniab-Fluss und wirkt inmitten dieser kargen Landschaft beinahe wie eine kleine Oase. Unterirdisches Wasser ermöglicht es Makalani-Palmen und anderen Pflanzen, hier zu gedeihen. Der Kontrast zwischen dem satten Grün rund um die Lodge und den rostfarbenen Bergen des Damaralandes hätte kaum größer sein können.
Von der Lodge aus unternahmen wir eine Panoramafahrt durch die Palmwag-Konzession. Dieses riesige, mehr als 550.000 Hektar umfassende Schutzgebiet bietet unter anderem Wüstenelefanten, Spitzmaulnashörnern und verschiedenen Raubtieren einen wichtigen Lebensraum.
Auf der Panoramafahrt durch das Damaraland
Natürlich hofften wir sehr, während unserer Fahrt einige der seltenen Wüstenelefanten oder sogar ein Nashorn zu entdecken. Doch Wildtiere halten sich bekanntlich nicht an Reisepläne, und so blieb uns dieses Glück leider verwehrt. Ein wenig enttäuscht waren wir schon – schließlich begegnet man diesen faszinierenden Tieren nicht jeden Tag.
Die Fahrt war trotzdem ein wunderbares Erlebnis. In einem Geländewagen ging es über sehr holprige Pisten, durch trockene Flussbetten und vorbei an schroffen Felsen. Teilweise wurden wir ordentlich durchgeschüttelt, doch die immer neuen Ausblicke entschädigten uns für jede Unebenheit. Die menschenleere Landschaft wirkte wild und unberührt, und gerade diese Einsamkeit machte ihren besonderen Reiz aus. Auch ohne Elefanten und Nashörner gab es auf der Panoramafahrt also viel zu entdecken.

Die Palmwag Lodge
Besonders gut gefiel uns unser Reihenbungalow. Von unserem Balkon blickten wir direkt auf die grüne Oase und die dahinterliegende Weite des Damaralandes. Am Abend saßen wir dort und beobachteten, wie die untergehende Sonne die Landschaft in warme Gold-, Rot- und Orangetöne tauchte. Es war einer dieser stillen Reisemomente, bei denen man einfach nur dasitzt, schaut und genießt.
Auch das Abendessen war etwas Besonderes. Gegessen wurde auf einer offenen, überdachten Terrasse mit Blick hinaus in die Natur. Während es langsam dunkel wurde und die Hitze des Tages nachließ, genossen wir das Essen und die friedliche Atmosphäre. Rundherum nichts als Landschaft, Ruhe und ein weiter namibischer Himmel – schöner hätte dieser Tag für uns kaum enden können.
Die Palmwag Lodge ist uns deshalb nicht wegen spektakulärer Tierbeobachtungen in Erinnerung geblieben, sondern wegen ihrer traumhaften Lage, der überwältigenden Landschaft und der besonderen Ruhe. Manchmal sind es eben nicht die erhofften Begegnungen, sondern die unerwarteten Eindrücke, die einen Ort unvergesslich machen.

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Von Palmwag ging es weiter zum Etosha Nationalpark in das Etosha Safari Camp nahe dem Andersson Gate.

 
 
 
 
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